#050 – Multikulti – Multi-Geo

Multi-Geo, das hört sich ja fancy an. Was ist das denn bitte? Viele von euch wird es gar nicht betreffen, da dieser Service aktuell nur Office365 Gesellschaften mit mehr als 2.500 lizensierten Benutzern zu Teil wird. Doch was ist Multi-Geo denn jetzt eigentlich? Ganz kurz beantwortet, mit Multi-Geo werden die Daten über verschiedene Rechenzentren weltweit verteilt. Wir finden, auch wenn es aktuell nur für wirklich großen Kunden verfügbar ist, ist es doch ein sehr spannendes Thema und wir vermuten, dass die 2.500 Regelung auch irgendwann fallen wird.

Was hat der Nutzer und das Unternehmen denn für Vorteile hieraus?

Für den Benutzer spielen viele Herausforderungen der IT-Abteilung keine Rolle. So interessiert es einen Einkäufer in einer Satellitenabteilung in Indien überhaupt nicht, dass seine Daten in Europa gespeichert werden und daher für ihn eine gewisse Abrufzeit gegeben ist. Mit Multi-Geo kann diesem Benutzer ein Rechenzentrum in Indien zugeordnet werden, in welchem seine Daten entsprechend gespeichert werden. Ein schneller Zugriff ist gewährleistet.

Neben diesem praktischen Aspekt für OneDrive und Exchange-Daten, gibt es natürlich auch einen rechtlichen Hintergrund. So kann ein multinationaler Konzern mit Hauptsitz in den USA, die persönlichen Daten seiner in Europa ansässigen Mitarbeiter auch in den europäischen Rechenzentren speichern. Also doch wieder zwei Datensilos wie bisher? Nein, auf keinen Fall! Per SharePoint Suche, Delve, OneDrive oder Groups können sie über den kompletten Tenant hinweg genutzt werden. Die Suchkomponenten finden dabei natürlich nur Inhalte auf denen der Suchende auch berechtigt ist ;-).

Was wird aktuell Unterstützt?

Zum aktuellen Zeitpunkt (November 2018) werden OneDrive und Exchange Online in der Multi-Geo Ausführung unterstützt. Ab Quartal 1-2019 startet der Rollout für SharePoint und Office365 Groups in Multi-Geo. Es tut sich also wieder einmal etwas.

OneDrive und Exchange sind klar. Doch wie funktioniert das bei SharePoint? Euer Administrator kann Lokationen, welche innerhalb der geografischen Räume sind fest zu einer Geolokation mappen. Hierdurch wird eine neue namespaced URL also z.B. nuboworkersEUR.sharepoint.com erzeugt. Sobald ihr EUR als bevorzugten Datenspeicherort in euren Benutzereinstellungen hinterlegt bekommen habt, werden eure SharePoint Seiten nur noch in diesem Rechenzentrum erzeugt.

Folgende geografische Räume stehen zur Verfügung:

  • Asien-Pazifik
  • Australien
  • Kanada
  • Europäische Union
  • Frankreich
  • Indien
  • Japan
  • Korea
  • Vereinigtes Königreich
  • USA

 

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Quelle: Microsoft https://techcommunity.microsoft.com/t5/Office-365-Blog/Introducing-Multi-Geo-in-SharePoint-and-Office-365-Groups/ba-p/263302

In der Welt zuhause…

Euer SharePoint ist jetzt also Weltweit beheimatet. Was hat das für euch für Auswirkungen? Keine, außer der kleinen Änderung in der URL bleibt alles beim Alten. Doch! Ihr bekommt jetzt auch alle News von den Kollegen, welche zuvor aus Datenschutzgründen oder Zugriffszeiten ihre OnPremise hatten oder ihre Daten in einem eigenen Tenant in ihrer Region gespeichert hatten. Auf der SharePoint Übersichtsseite habt ihr alle News im Blick. Natürlich nur die, auf welchen ihr auch zugelassen seid.

Auch bei der Anlage braucht ihr euch keine Sorgen zu machen. Es bleibt so einfach wie es ist, egal ob classic oder modern Site. Der Kollaborationsraum wird in dem Geo angelegt, welchem euer Nutzer zugewiesen ist. Klingt richtig gut finden wir. Doch da war noch was…

…und die Hub Sites & mobiler Zugriff?

Die hätten wir jetzt fast vergessen, auch hier hat Microsoft mitgedacht und schon geplant. Natürlich sind die neuen Hub Sites bereits Multi-Geo fähig. Ihr merkt also weder bei der News noch bei der Dokumentenübersicht oder der Navigation einen Unterschied ob ihr gerade die Geo Lokation ändert. Es könnte einzig die Ladezeit einen Tick länger sein wenn ihr von Deutschland auf den Geo von Australien zugreift.

Nutzer der SharePoint, OneDrive oder Outlook App auf dem Smartphone stellen sich gerade vielleicht schon die Haare zu Berge. Wie mag das funktionieren mit den vielen URLs? Wie komme ich noch an meine Daten? Muss ich jetzt jedes Mal wechseln? Gute Nachrichten! Natürlich nicht, die App zeigt euch keine URLs an, für euch ändert sich rein gar nichts 🙂

Was bleibt noch übrig? Zentrale Funktionen und der Rollout.

Zentrale SharePoint Inhalte wie Managed Metadata. Auch diese können von eurem Administrator oder euch (Rechte erforderlich) zentral gepflegt werden. Nach der Eingabe werden sie in die aktivierten Geo Lokationen synchronisiert und stehen wie gewohnt zur Verfügung.

Der Rollout erfolgt natürlich relativ Geräuscharm. Für Outlook und OneDrive Nutzer ändert sich rein gar nichts, für SharePoint Nutzer lediglich der kleine Hinweis in der URL. Dennoch solltet ihr diese Änderung kommunizieren. Erklärt dem Benutzer detailliert warum diese Änderung durchgeführt werden, gibt es Vorteile für ihn? Wo können Änderungen entstehen? Wer ist der Ansprechpartner? etc.

Bei Fragen zum Thema oder Unterstützung für den Rollout stehen wir euch gerne zur Verfügung. Wir freuen uns von euch zu hören, denn egal wo auf der Welt Kollaboration beginnt im Kopf und nicht mit Technik!

Links zum Thema:

Markus

Aus der Praxis für die Praxis stellt Markus euch regelmäßig alleine oder mit Gästen Neuigkeiten zum Thema digital collaboration mit Microsoft Office 365 oder allgemeine Themen aus der agilen digitalen Welt vor.

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