Wir alle sind Individuen und damit einzigartig auf diesem Planeten. Etwaige Seelenverwandtschaften und Ähnlichkeiten betrachten wir bewusst jetzt einmal nicht. Warum werden dann in so vielen Projekten nur die visuellen oder die auditiven Lerntypen abgeholt und eingebunden? Aus unserer Praxis können wir hierzu nur sagen, die Lerntypen sind bekannt jedoch einfach nicht präsent. Das Abholen aller Lerntypen ist jedoch sehr wichtig. Auch oder gerade im Zeitalter der Digitalisierung sollten alle Typen mit Aufmerksamkeit bedacht werden. Daher haben wir hier für euch einmal eine Sammlung zu den sechs gängigsten Lerntypen erstellt. Zu welchem Lerntyp gehörst du?

Visueller Lerntyp

Über unsere Visuals unterstützen wir den visuellen Lerner sehr stark. Bei kleinen Kindern ist dieser Lerntyp sehr verbreitet. Die Stichworte lauten Memory oder Puzzeln. Hier sind sie voll in ihrem Element. Im späteren Leben wird zum festigen von Wissen Vorträge mit Skizzen und Notizen visualisiert. Damit werden sie im Kopf gefestigt. Menschen des visuellen Lerntyps mögen klar strukturierte Unterlagen, Platz für eigene Ergänzungen und Notizen. Alles was sie sehen wird direkt verankert. Hebt für diese Lerntypen wichtige Stellen direkt in fetter Schrift hervor. Ihr macht es den Kollegen von diesem Typ so erheblich einfacher eure Botschaft oder wichtige Informationen langfristig im Kopf zu behalten.

Auditiver Lerntyp

Sofern ihr gerade nuboRadio lauscht, gehört ihr eventuell auch zum Typ der auditiven Lerner. Auch Kollegen, die bei der Arbeit Musik hören oder immer wieder vor sich hin „brabbeln“, können diesem Typ angehören. Sie festigen ihr Wissen über zuhören. Im Change Prozess könnte ein Podcast das richtige Medium für diese Zielgruppe sein. Bislang wird diese Art leider noch sehr selten bis gar nicht eingesetzt. Dabei ist der Aufwand für die reine Aufnahme gar nicht so hoch, da ein Podcast ein nicht zwingend hochprofessionalisiertes Format darstellt und auch ehh und ehmm, ihr kennt es von uns ;-)… haben darf. Falls ihr Fragen zum Thema Podcast und Platzierung habt oder eine Projektidee, wir stehen euch hier gerne mit Tipps & Tricks in einem unverbindlichen halbstündigen Erstgespräch zur Verfügung. Alternativ ist natürlich ein Classroom-Training, Vorträge oder das klassische Video super für diese Zielgruppe geeignet.

Kommunikativer Lerntyp

Wenn ihr diese Lerntypen in euer Programm als Key-User oder Botschafter einbindet, habt Ihr schon so gut wie gewonnen. Die kommunikativen Typen lernen durch aufnehmen und weitergeben, bauen ihren Erfahrungsschatz kontinuierlich aus und freuen sich ihr Wissen weiterzugeben und damit zu festigen. Sie wollen aktiver Bestandteil des Projekts sein, den Veränderungsprozess mit gestalten und zwingend ihr Wissen und ihre Stimme mit einbringen. Tretet auf jeden Fall in Kontakt mit diesen Kollegen. Sie mögen die Diskussion und die Interaktion dahinter. Freut euch auf diesen spannenden Typus.

Motorischer Lerntyp

Bestimmt hast auch Du den einen Kollegen der laufend durch die Gegen läuft, beim Telefonieren und im Meeting aufsteht zum Nachdenken oder oder oder. Dieser Kollege könnte zum motorischen Lerntyp neigen. Menschen diesen Typs können Ihren Bewegungsdrang nicht unterdrücken. Motorische Lerntypen verbinden oft auditive Inhalte mit der Bewegung. Es hilft Ihnen Inhalte zu festigen und Erkenntnisse zu gewinnen. Lasst daher Bewegung im Projektmeeting zu, bietet Stehplätze an oder probiert neue Formate, wie die Erarbeitung von Use Cases beim Rundgang um das Gebäude oder durch einen Park. Wir nutzen sehr gerne Bewegungseinheiten um den Gedanken freien Lauf zu lassen. Motorische Lerntypen lernen auch beim Ausprobieren, eine Testumgebung ist daher Pflicht für sie.

Personenorientierter Lerntyp

Der personenorientierte Lerner ist sehr fixiert auf eine einzige Person in eurem Projektteam. Dies kann jemand aus dem Kernteam oder der Key-User Gruppe sein. Stellt daher unbedingt Unterlagen, Anleitungen und Schulungsmaterialien für die Kollegen zur Verfügung die einen personenorientierten Lerner als „Kunden“ haben. Dieser Lerntyp schätzt den persönlichen Kontakt, jedoch nur mit einer einzigen Person. In einem Rolloutprojekt kann dies ein Key-User oder ein Floorwalker sein, die ihn aktiv und alleine an seinem Tisch unterstützen und Helfen. In einem Change Management Projekt kann diese Stelle auch von einer Vertrauensperson eingenommen werden um Inhalte des Changes zu Vermitteln und Hilfestellungen für aufkommende Themen anzubieten.

Autodidaktische Lerntyp

Der Autodidakt ist ein sehr unabhängiger Kandidat. Er  ist hoch engagiert und sehr wissenshungrig. Er schätzt es, sich anhand von Unterlagen, Videos oder Tonmaterial selbst auf seiner Spielwiese zu entwickeln. Wissen muss praktisch angelernt werden. Ebenfalls könnt ihr den autodidaktischen Lerntypen mit e-Learnings unterstützen. Holen Sie die Kollegen in Communities ab, egal ob virtuell oder real, auch hier wird eigenständig Recherche betrieben und die Lösung möglichst eigenständig gesucht oder erarbeitet.

Aus unserem Alltag

Die Realität winkt mal wieder fern abseits aller Theorien. Selten tritt ein Lerntyp isoliert von allen anderen Typen auf. Daher achtet darauf in jedem Format immer mehr als nur ein Typen abzuholen und einzubinden. Zwingt Kollegen eines speziellen Typen nicht sich an den Inhalten eines anderen Typen zu beteiligen. So sollte zum Beispiel ein Visueller Lerner nicht gezwungen werden auditive Inhalte zu konsumieren und basierend darauf eine Prüfung oder Eignung festzustellen. Lerntypen können nur nachhaltig in ihrem eigenen Lerntyp lernen. In einer der kommenden Folgen werden wir euch das Thema Lerntypen noch mit den verschiedenen Lernstilen verfeinern. Wenn Ihr Erfahrung mit den Lerntypen gesammelt habt freuen wir uns über euer Feedback. Denn Kollaboration beginnt im Kopf und nicht mit Technik.

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Institut für integrative Lerntherapie und Weiterbildung