Trainings, Workshops und Seminare gehören zu unserem Alltag. Egal ob ein Tooltraining, ein Workshop zur UseCase Sammlung und Entwicklung oder ein Seminar für KeyUser, einige wichtige Punkte sollte man in der Vorbereitung immer bedenken. Da Dominique gerade noch auf einer Weiterbildung für Trainier und Coachs war, nehmen wir dies auch zum Anlass, um Euch mal direkt aus unserem Projektalltag zu berichten, welche Trainings wir halten, welche Unterlagen für uns wichtig sind und wie wir uns auf die einzelnen Termine vorbereiten.

Aufbau und Inhalt

Wie strukturiere ich eine Schulung und womit fange ich an? Dabei können Euch die folgenden 6 Schritte unterstützen:

  1. Wofür? Unsere Verwendungssituation
    Warum wird eine Schulung, ein Vortrag oder ein Workshop benötigt?
    Definiert Eure Verwendungssituation und was damit erreicht werden soll.
  2. Für wen? Wer ist die Zielgruppe?
    Welche Voraussetzungen, welches Vorwissen bringen die Teilnehmenden mit?
    Um ein Format passend aufbauen zu können, ist es wichtig die, Vorkenntnisse der Teilnehmer zu kennen, denn nur dann ist es möglich die Ziele des Formates zu erreichen.
  3. Wozu? Was ist das Lernziel?
    Was möchtet Ihr damit erreichen? Wie messe ich den Lernerfolg?
    Hier ist es wichtig, dass Frage 1 und 2 bereits definiert sind, da das Lernziel direkt mit diesen in Verbindung steht und auch der Erfolg davon abhängt.
  4. Was? Inhalte und Thema definieren
    Welche Inhalte wähle ich aus?
    Je nach Format, Zielgruppe und Zweck muss der Inhalt definiert werden. Gerade die Zielgruppe spielt hier eine große Rolle. Achtet darauf, Mitarbeiter nicht mit zu vielen Inhalten auf einmal zu überfordern.
  5. Wie? Welche Methode, welches Format wähle ich aus?
    Welche Methoden und Medien sind sinnvoll?
    Hier kommt die Methodik zum Einsatz: Wie kann der Inhalt am besten vermittelt werden, welche Methoden kann ich nutzen, um das Format interessant und abwechslungsreich zu gestalten.
    Beim WIE stehen Formate und Methoden im Vordergrund.
    Die Methoden in der Durchführung eines Formates sollen abwechslungsreich und für alle Teilnehmenden verständlich sein. Die Teilnehmer sollten für einen bestmöglichen Lerneffekt immer aktiv mit eingebunden werden.
    Diese Fragen müssen auf das Lernziel und die Zielgruppe abgestimmt werden.
  6. Welches Format wird eingesetzt?
    Für die reine Vermittlung von Wissen wird gerne das Format Tooltraining gewählt.
    Sollen z.B. Anwendungsfälle mit Führungskräften erarbeitet werden, ist ein Workshop das richtige Format.
    Welche Methode wird eingesetzt?
    Dies ist natürlich stark mit dem Format verbunden und gerade in Workshops gibt es sehr viele Methoden, die eingesetzt werden können.
  7. Womit und Wo?
    Zuletzt ist natürlich auch die Planung und Organisation wichtig. Lernmaterialien zu definieren und auch die Orte bzw. Medien auszusuchen, die zu dem Format passen.
    Welche Medien/Räumlichkeiten stehen zur Verfügung?
    Kann das Format wie geplant durchgeführt werden? Ist es ein Präsenz- oder Online-Format. Was kann genutzt werden. Für Online-Formate haben wir weitere Tipps zusammengestellt, da sich hier eine ganz neue Dynamik ergibt.
    Welche Unterlagen/Lernmaterialien werden benötigt?
    Präsentationen müssen vorbereitet werden, Anleitungen oder Dokumentationen geschrieben werden.

Storyboard

Ein kleiner Leitfaden, an dem man sich als Trainier orientiert ist, auch für uns wichtig. Es hilft dabei die Zeit im Blick zu behalten, keine Punkte zu vergessen und kann auch zum Einlernen sehr hilfreich sein.

Unsere Storyboards sind als Tabelle aufgebaut und enthalten die Spalten Slot, Zeit, Inhalt, Ziel und Zusatzmaterial. Hier halten wir alle Infos fest, bspw. wann wir eine Live-Demo mit welchen Inhalten machen, wann wir auf Zusatzmaterialien oder Aufgaben verweisen und um die Ziele zu erreichen, sollte am Ende jeden Slots die Frage an die Teilnehmer formuliert werden, ob alles verstanden wurde, damit die Zielerreichung gesichert ist.

Folienset

PowerPoint unser Bester Freund :). Selbst für Tooltrainings mit vielen Live-Demos haben wir meist eine kurze Präsentation mit der Agenda und Toolinformationen dabei. Dies erleichtert nicht nur den Einstieg, sondern theoretische Inhalte, wie bspw. Richtlinien oder Regelungen lassen sich mit Folien gut vermitteln. Sie ergänzen also das Training.

Handout oder Skript

Ein Blatt Papier, um sich Notizen zumachen gehört oftmals zu Trainings dazu. Aktuell durch die vielen Online-Schulungen ist dies gar nicht so einfach, aber auch hier macht eine Dokumentation zum Nachlesen von Informationen Sinn. Ein Skript enthält immer Zusatzinformationen und geht noch mehr ins Detail, damit kann man sich also selbst noch tieferes Wissen oder Hintergrund Wissen aneignen.

Aufgaben und Zusatzmaterialien

Linksammlungen, OnePager oder andere Zusatzmaterialien sind für das weitere Lernen gut geeignet. Damit können die Teilnehmer selbstständig weiterlernen oder das Gelernte anwenden. Dies vertieft das Wissen und ist auch einfach eine Wiederholung, um das Gelernte zu behalten. Wir arbeiten sehr gerne mit selbstständigen Lernaufgaben, damit sich die Teilnehmer auch mit dem Wissen beschäftigen und es in ihrem Arbeitsalltag anwenden.

Trotz Routine ist jede Schulung, jeder Workshop und jedes Seminar aufs Neue etwas Einzigartiges und macht durch die unterschiedlichen Teilnehmer und Menschen, die man dabei kennenlernt, wahnsinnig viel Spaß.

Wie Ihr also gerade gehört habt, ist gute Vorbereitung das A und O für ein erfolgreiches Durchführen von Trainings, Seminaren und Workshops. Denn nur wer gut vorbereitet ist, kann ein Thema auch überzeugend und selbstsicher rüberbringen.

Probiert es aus und gebt uns Feedback, wie es mit Eurem Schritt für Schritt Plan geklappt hat. Wir sind gespannt!