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In einer der vorherigen Folgen von nuboRadio haben wir euch bereits die verschiedenen Lerntypen vorgestellt. Mit dieser Information könnt ihr euer Change Management gezielter ausrichten und mehr Kollegen schneller abholen und zu richtigen Profis in eurem Office365 Projekt machen. Anmerkung: Klappt natürlich auch bei anderen Projekten ;-). Darauf wollen wir mit der heutigen Folge aufbauen und noch etwas tiefer in die Materie der Lerntypen und der Lernstile einsteigen. Wir wollen euch anhand der von Peter Honey & Alan Mumford entwickelten Lerntypen bzw. Lernstilanalsye einladen, mit uns auf eine kleine Tour durch die Lernstile zu gehen. Honey und Mumford erforschten und entwickelten basierend auf Kolb die vier verschiedene Lernstiltypen:

Wer seinen persönlichen Lernstil kennt und anwendet, kann effizienter und schneller lernen. Kennt ihr von eurer Zielgruppe den Lerntyp und Lernstil, könnt ihr viel gezielter Wissen vermitteln und riesige Erfolge erzielen! Testet euch doch gleich mal selber! Hier geht es zu dem kleinen Selbsttest im Visualformat.

Aktivist

Werfen wir zuerst einen Blick auf den Aktivisten. Menschen, bei denen der Typ des Aktivisten besonders stark ausgeprägt ist, lernen durch Handeln. Aktivisten scheuen nicht davor zurück sich die Hände schmutzig zu machen und vollständig in ein Thema einzutauchen. Sie sind sehr aufgeschlossene Lerner und offen für ganz neue Erfahrungen. Ihr könnt diese Kollegen mit Brainstormings, Gruppendiskussionen, Wettkämpfen, Rollenspielen oder der aktiven Problemlösung ins Projekt holen.

Aktivisten beziehen sich voll und ganz und unvoreingenommen auf neue Erfahrungen. Sie leben im Hier und Jetzt. Sie sind aufgeschlossen und somit leichter für etwas Neues zu begeistern. Ihre Philosophie ist: „Ich versuche alles einmal“. Sie neigen dazu, zuerst zu handeln und die Konsequenzen danach zu berücksichtigen. Ihre Tage sind voller Aktivität. Sie lösen Probleme durch Brainstorming. Sobald die Aufregung von einer Aktivität nachgelassen hat, sind sie damit beschäftigt, nach der nächsten zu suchen. Sie neigen dazu, von der Herausforderung neuer Erfahrungen zu profitieren, sind aber von der Umsetzung und der längerfristigen Konsolidierung gelangweilt. Es sind gesellige Menschen, die sich ständig mit anderen beschäftigen, dabei versuchen sie, alle Aktivitäten auf sich selbst zu konzentrieren. Aktivisten eigenen sich hervorragend als Botschafter und Testnutzer, denn sie werden euch offenes Feedback geben.

Pragmatiker

Markus zählt zu den Pragmatikern. Werfen wir einmal einen Blick darauf, wie er wohl gerne in ein Projekt eingebunden wäre. Als Pragmatiker möchte man Theorie und Praxis miteinander kombinieren. Abstrakte Konzepte und Spiele haben nur einen begrenzten Nutzen, außer sie dienen dazu, die Idee in die Tat umzusetzen. Ideen werden direkt ausprobiert um zusehen, ob Sie auch funktionieren. Sie beteiligen sich gerne daran die Theorie in die Praxis zu übertragen, erstellen Case Studies, helfen aktiv bei der Problemlösung und nehmen an Diskussionen teil.

Pragmatiker sind sehr daran interessiert, Ideen, Theorien und Techniken auszuprobieren, um zu sehen, ob sie in der Praxis funktionieren. Sie suchen positiv nach neuen Ideen und nutzen die erste Gelegenheit, mit Anwendungen zu experimentieren. Sie sind die Art von Menschen, die von Kursen mit vielen neuen Ideen zurückkehren, die sie in der Praxis ausprobieren wollen. Sie mögen es, Neues zu lernen und schnell und sicher auf Ideen zu reagieren, die sie ansprechen. Sie neigen dazu, ungeduldig zu sein mit nachdenklichen und offenen Diskussionen. Sie sind im Wesentlichen praktische, bodenständige Menschen, die gerne praktische Entscheidungen treffen und Probleme lösen. Sie reagieren auf Probleme und Chancen „als Herausforderung“. Ihre Philosophie ist „Es gibt immer einen besseren Weg“ und „Wenn es funktioniert, ist es gut“. Auch diese Kollegen sind super als Testnutzer geeignet und 100% in jedem eurer Piloten sehr gerne am Start.

Nachdenker

Sie zeichnen sich durch die Fähigkeit aus, Beobachtungen in komplexe, logische begründete Theorien zu integrieren, wobei auch scheinbar widersprüchliche Fakten zu einem in sich schlüssigen Ganzen zusammengefügt werden. Die Nachdenker lernen, indem sie beobachten und darüber nachdenken, was passiert ist. Sie stehen ungern im Rampenlicht des Projektes und ziehen es vor, von der Seitenlinie aus zu zusehen. Ihnen liegt es Daten zu sammeln und zu vergleichen um daraus Theorien abzuleiten. Sie sind super für Interviews, Coaching, Auswertungen und andere Analysen geeignet.

Es sind nachdenkliche Menschen, die gerne alle möglichen Blickwinkel und Implikationen berücksichtigen, bevor sie einen Schritt machen. Sie ziehen es vor, sich in Meetings und Diskussionen zurückzuziehen. Sie genießen es, andere Menschen in Aktion zu beobachten. Sie hören anderen zu und bekommen den Drift der Diskussion mit, bevor sie ihre eigenen Argumente vorbringen. Sie neigen dazu, ein niedriges Profil anzunehmen und haben eine etwas distanzierte, tolerante, ungetrübte Luft um sich herum. Wenn sie handeln, ist es Teil eines weiten Bildes, das sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart und die Beobachtungen anderer sowie ihre eigenen einschließt.
In einem Piloten können die Nachdenker schnell als Problemkinder gesehen werden, obwohl sie nur ihre berechtigten Zweifel äußern wollen. Da sie viele Seiten des Problemes betrachten sind Sie hervorragend als Sparingspartner geeignet. Liefert für die Nachdenker Zahlen und Fakten und ihr bekommt sie mit an Bord.

Theoretiker

Einen Theoretiker holt ihr beim Lernen am besten mit Unterlagen, Geschichten und Statistiken ab. Diese Lernenden verstehen gerne die Theorie hinter den Aktionen. Sie benötigen Modelle, Konzepte und Fakten, um sich am Lernprozess zu beteiligen. Sie bevorzugen es, zu analysieren und zu synthetisieren und neue Informationen in eine systematische und logische „Theorie“ zu bringen.

Theoretiker adaptieren und integrieren Beobachtungen in komplexe, aber logisch fundierte Theorien. Sie denken Probleme vertikal und Schritt für Schritt logisch durch. Sie neigen dazu Perfektionisten zu sein, die nicht einfach ruhen werden bis die Dinge ordentlich sind und in ein rationales System passen. Sie sind sehr interessiert an grundlegenden Annahmen, Prinzipien, Theorien, Modellen und Systemdenken. Ihre Philosophie schätzt Rationalität und Logik. „Wenn es logisch ist, ist es gut.“ Häufig gestellte Fragen sind: „Macht das Sinn?“ „Wie passt das dazu?“ „Was sind die Grundannahmen?“ Sie neigen dazu, losgelöst, analytisch und der rationalen Objektivität gewidmet zu sein und nicht etwas Subjektiven oder Mehrdeutigen. Ihre Herangehensweise an Probleme ist konsequent logisch. Das ist ihr „mentales Set“, und sie lehnen alles, was nicht dazu passt, starr ab.

Im Projekt solltet ihr den Kollegen Modelle, Konzepte und Fakten offenlegen. Sie lesen sich gerne dort ein und verwenden die Daten bevor sie aktiv in Erscheinung treten. Für Querdenken oder Kreative Problemlösung sind die Theoretiker weniger gut geeignet.

Fazit

Jeder Lernstil hat seine pro und kontra Seite. Ganz klar wir benötigen alle Typen in verschiedenen Phasen. Damit ein Projekt gut starten kann sollte ein Pragmatiker und ein Aktivist vertreten sein um die Leistung der Theoretiker auf die Straße zu bringen. Der Nachdenker eignet sich hervorragend als Sparingspartner um schwierige Sachverhalten zu besprechen und zu challengen. Er ist der Blickwinkel von außen. Wie sind eure Erfahrungen mit den Lernstilen? Welchem Lernstil gehört Ihr an?
Links

Übersicht der Lerntypen
nuboRadio Lerntypen
Steinbeis IFEM – Kurs strategische Unternehmensführung